Die Regel gegen ewige Renten ist eine Rechtslehre, die verhindert, dass Eigentum so lange gebunden wird, dass keine lebende Person es tatsächlich kaufen, verkaufen oder nutzen kann. Es liegt an der Schnittstelle zwischen Eigentumsrecht und öffentlicher Ordnung. Die Kernidee ist einfach. Die Gesellschaft braucht Märkte, um zu funktionieren. Grundstücke und Vermögenswerte müssen veräußerbar bleiben. Wenn der Wille eines Verstorbenen eine Farm drei Jahrhunderte lang kontrollieren kann, ist diese Farm eine tote Last. Das Gesetz greift ein, um diese Kontrolle zu unterbrechen.

Woher das Konzept kommt

Der Begriff Ewigkeit kommt vom lateinischen in perpetuum, einem biblischen Ausdruck, der sich auf die ewige Existenz Gottes bezieht. Frühe englische Anwälte haben es aus einem bestimmten Grund übernommen. Im späten 16. Jahrhundert versuchten Pächter, Urkunden zu schaffen, die Land für immer unveräußerlich machten. Gerichte lehnten diese Versuche als ungültigen menschlichen Versuch ab, mit der göttlichen Beständigkeit zu konkurrieren.

Aus dieser Ablehnung entstand die Regel. Ewigkeit wurde zum rechtlichen Gegensatz zur Freiheit. Ende des 17. Jahrhunderts stellten Richter klar, dass künftige Interessen die Eigentumsübertragung nicht „zu lange“ verhindern könnten. Die nächsten 150 Jahre (1687–1833) wurden damit verbracht, genau zu definieren, wie lange „zu lang“ ist.

Die klassische Formel: Leben im Sein plus 21 Jahre

Die Common-Law-Regel legte einen bestimmten Zeitrahmen fest. Das Eigentum kann nicht länger eingeschränkt werden als:

  • Die Lebenszeit der Menschen, die zum Zeitpunkt der Überführung lebten
  • Plus 21 Jahre
  • Zuzüglich etwaiger Schwangerschaftsperioden

Diese Formel entsprach den englischen Heiratsverträgen, bei denen Land oft gebunden war, bis der älteste Sohn das volle Alter erreichte. Durch die Regelung wurden alle Eigentumsrechte, seien sie realer oder persönlicher Natur, ungültig, deren Verfalldauer möglicherweise länger als dieser Zeitraum dauern könnte. Es konzentrierte sich auf Möglichkeiten, nicht auf tatsächliche Ereignisse. Eine Schenkung, die zu spät übertragen konnte, war ungültig, selbst wenn sie vorzeitig übertragen wurde.

Diese „Common-Law-Regel gegen ewige Renten“ gilt in England und vielen amerikanischen Bundesstaaten immer noch und regelt sowohl Land als auch persönliches Eigentum. Es gleicht zwei konkurrierende Interessen aus. Es stellt sicher, dass Eigentum nach einer angemessenen Frist veräußerbar wird. Es schränkt auch die Macht der „toten Hand“ ein, die Zukunft zu kontrollieren.

Warum Gerichte die Regel in New York geändert haben

Im Jahr 1830 änderte der New Yorker Gesetzgeber das Spiel. Sie erließen Gesetze, die die zulässige Frist verkürzten. Sie wandten die Regel auch auf die Laufzeit privater Express-Trusts an, nicht nur auf zukünftige Interessen. Diese gesetzliche Neuerung breitete sich auf andere Staaten aus.

Doch der Trend kehrte sich um. Im Laufe des nächsten Jahrhunderts kehrten die Staaten im Allgemeinen zum Common-Law-Standard zurück. New York selbst kehrte 1958 weitgehend zur ursprünglichen Regelung zurück. Warum das Hin und Her? Juristen in der Welt des Common Law sind sich weitgehend einig, dass die klassische Regel zu kapriziös ist. Es kann gut gemeinte Vertrauensstellungen entkräften, die auf hypothetischen Ereignissen basieren, die nie eintreten. Um diese Härte abzumildern, waren Gesetzesänderungen erforderlich.

Moderne Reformen: Von 80 bis 125 Jahren

Die Art dieser Änderungen variiert je nach Gerichtsbarkeit. In England brachte der Perpetuities and Accumulations Act 1964 weitreichende Änderungen mit sich. Es erlaubte, dass Verfügungen gültig waren, wenn sie tatsächlich während eines gesetzlichen „ewigen Zeitraums“ unverfallbar waren, selbst wenn sie möglicherweise gegen die Gewohnheitsrechtsregel verstoßen hätten. Dadurch wurden mögliche Ereignisse durch tatsächliche Ereignisse ersetzt.

Das Gesetz ermöglichte es Treugebern oder Erblassern auch, für bestimmte Urkunden oder Testamente eine individuelle Frist von bis zu 80 Jahren festzulegen. Dann verlängerte das Perpetuities and Accumulations Act 2009 den standardmäßigen ewigen Zeitraum auf 125 Jahre.

Ausnahmen von der Regel bestehen auch für Sozialpolitiken, die als höher angesehen werden als die allgemeine Veräußerlichkeit. Dazu gehören:
– Perpetual Trusts für Grabgrundstücke
– Trusts für Pensionspläne
– Wohltätige Geschenke
– Andere spezifische Transportarten

Die Regel gegen ewige Renten ist nicht statisch. Es entwickelt sich, wenn Gerichte und Gesetzgeber die Notwendigkeit der Eigentumsmobilität gegen den Wunsch abwägen, langfristige Absichten zu berücksichtigen. Für jeden, der ein Testament verfasst oder einen Trust gründet, ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche Version der Regel in Ihrer Gerichtsbarkeit gilt. Ein Fehler kann dazu führen, dass eine Schlüsselklausel ungültig wird.