Die Branche bereitet sich bereits auf 6G vor, den nächsten Sprung in der mobilen Vernetzung, auch wenn 5G Schwierigkeiten hat, seine ursprünglichen Versprechen zu erfüllen. Während 5G bescheidene Verbesserungen bei Geschwindigkeit und Latenz mit sich brachte, strebt die nächste Generation größere Fortschritte an – und wird neben den neuesten Fortschritten in der künstlichen Intelligenz stark gefördert. Hier ist eine Aufschlüsselung dessen, was Sie erwartet, wenn 6G etwa im Jahr 2030 eintrifft.

Der 10-Jahres-Zyklus: Von 5G zu 6G

Die Mobilfunktechnologie schreitet traditionell in etwa 10-Jahres-Zyklen voran. Wie David Witkowski, ein leitendes Mitglied des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), erklärt, versucht jede neue Generation, die Einschränkungen der vorherigen zu überwinden und gleichzeitig neue Fähigkeiten einzuführen. Die offiziellen Anforderungen für 6G werden von der ITU-R der Vereinten Nationen unter der Bezeichnung IMT-2030 festgelegt. Der Rollout beginnt mit der Modernisierung der Mobilfunkmasten und der Kernnetzwerkinfrastruktur und erfordert schließlich ein Upgrade der Benutzer auf 6G-kompatible Geräte.

Upload-Geschwindigkeiten: Ein Hauptaugenmerk

Einer der wichtigsten Verbesserungsbereiche wird die Upload-Geschwindigkeit sein. Während sich 5G stark auf die Download-Leistung konzentrierte, strebt 6G symmetrische Upload- und Download-Geschwindigkeiten an. Dies wird durch die wachsende Nachfrage nach Remote-Arbeit, cloudbasierter KI-Verarbeitung und der zunehmenden Anzahl von Geräten, die Daten hochladen, von Überwachungskameras bis hin zu KI-gestützten Bearbeitungstools, vorangetrieben.

KI-Integration: Edge Computing und darüber hinaus

Über höhere Geschwindigkeiten hinaus wird 6G eine tiefere Integration mit künstlicher Intelligenz erfahren. Das Ziel besteht nicht nur darin, das Netzwerk mit KI zu verwalten, sondern die KI-Verarbeitung über „KI-Knoten“ im Mobilfunknetz näher an die Benutzer zu verteilen. Dieser Edge-Computing-Ansatz wird die Latenz reduzieren und die Reaktionszeiten verbessern, insbesondere für Anwendungen wie selbstfahrende Fahrzeuge. Anstatt Daten an entfernte Server zu senden, wird die KI-Verarbeitung regional erfolgen, beispielsweise entlang von Autobahnen, um die Kommunikation zu beschleunigen.

Erfassungsfähigkeiten: Ein Netzwerk als Radarsystem

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist „Sensing“ oder Joint Communications and Sensing (JCAS). Diese Technologie wird es 6G-Netzwerken ermöglichen, als Radarsysteme zu fungieren und Objekte und Personen zu erkennen, indem sie analysieren, wie Funksignale zu den Türmen zurückreflektieren. Diese Funktion könnte zur Drohnenerkennung, Fahrzeugverfolgung und anderen Anwendungen genutzt werden, was erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes aufwirft. Das Netzwerk wird in der Lage sein, präzise Standorte, Formen, Größen, Bewegungen und sogar Materialien von Objekten ohne Kameras abzuleiten.

Praktikabilität statt Hype

Branchenexperten lernen bereits aus der übertriebenen Vermarktung von 5G. Jaydee Griffith, Geschäftsführerin der Next G Alliance, betont, dass sich die 6G-Entwicklung auf praktische Verbesserungen konzentrieren wird und nicht auf weit hergeholte Szenarien wie fliegende Autos und Fernoperationen. Ziel ist es, ein eigenständiges Netzwerk zu schaffen, das nicht so stark auf ältere Technologien angewiesen ist wie 5G.

Der unvermeidliche Widerstand

Wie bei jeder neuen Generation der Mobilfunktechnologie ist mit einer neuen Welle unbegründeter Gesundheitsängste zu rechnen. Witkowski weist darauf hin, dass sich Gemeinden häufig gegen den Bau von Mobilfunkmasten wehren, obwohl wissenschaftliche Beweise dafür vorliegen, dass die Sicherheit der Mobilfunktechnologie innerhalb festgelegter Grenzen liegt. Dieser Zyklus von Fehlinformationen wird sich wahrscheinlich mit 6G wiederholen und erfordert kontinuierliche Bemühungen, falsche Behauptungen zu entkräften.

Letztendlich stellt 6G einen bedeutenden Fortschritt in der mobilen Vernetzung dar, angetrieben durch den Bedarf an schnelleren Upload-Geschwindigkeiten, KI-Integration und Sensorfunktionen. Auch wenn der Hype zweifellos eine Rolle spielen wird, scheint die Branche dieses Mal die Praktikabilität in den Vordergrund zu stellen. Die Einführung, die etwa im Jahr 2030 erwartet wird, erfordert Infrastruktur-Upgrades und neue Geräte, aber die potenziellen Vorteile – insbesondere in Bereichen wie autonome Systeme und Echtzeit-Datenverarbeitung – sind erheblich.