Mark Zuckerberg, CEO von Meta, wurde am Mittwoch in einem Gerichtssaal in Los Angeles im Rahmen einer wegweisenden Klage wegen der Behauptung, Facebook und Instagram seien absichtlich so konzipiert, dass sie insbesondere bei jungen Nutzern süchtig machen, einer intensiven Prüfung unterzogen. Der Prozess, der von Richterin Carolyn Kuhl geleitet wird, stellt einen der ersten „entscheidenden“ Fälle in einem umfassenderen Rechtsstreit dar, an dem über 1.600 Kläger beteiligt sind, die behaupten, Social-Media-Plattformen hätten ihren Kindern psychischen Schaden zugefügt.

Der Kernvorwurf: Künstliche Sucht

Die Klage des 20-jährigen K.G.M. und ihre Mutter argumentiert, dass Meta wissentlich Tweens und Teenager mit Strategien zur Steigerung des Engagements ins Visier nahm, die zu psychischen Krisen führten. Dieser und ähnliche Fälle umgehen den traditionellen Rechtsschutz, der Technologieunternehmen durch Abschnitt 230 gewährt wird, indem sie sich nicht auf benutzergenerierte Inhalte, sondern auf das Design der Plattformen selbst konzentrieren. Die zentrale Behauptung besteht darin, dass Meta seine Produkte absichtlich so entwickelt hat, dass die vom Benutzer verbrachte Zeit maximiert wird, ungeachtet der negativen Folgen.

Zuckerberg unter Druck: Widersprüche aufgedeckt

Während der Befragung durch den Anwalt des Klägers, Mark Lanier, stieß Zuckerberg wiederholt mit Beweisen in Konflikt, die auf internes Metawissen über minderjährige Nutzer und bewusste Bemühungen zur Steigerung des Engagements hindeuteten. Lanier legte interne Dokumente vor, die Zuckerbergs früheren Aussagen widersprachen, darunter eine Schätzung aus dem Jahr 2015, dass 30 % der 10- bis 12-Jährigen in den USA trotz der auf der Plattform angegebenen Altersbeschränkungen Instagram nutzten. Er hob auch eine E-Mail von Zuckerberg selbst aus dem Jahr 2015 hervor, in der die Erhöhung der Benutzerzeit als wichtigstes Unternehmensziel priorisiert wurde.

Zuckerberg reagierte mit ausweichenden Formulierungen und behauptete häufig, er habe keine Kenntnis von bestimmten Dokumenten oder charakterisierte frühere Aussagen als „vereinfachte“ Versionen der Wahrheit. Auf die Frage, ob Meta darauf abzielte, die Zeit, die Jugendliche mit seinen Apps verbringen, zu maximieren, lenkte er ab, indem er sagte, das Unternehmen sei von solchen Zielen „abgekommen“ und habe sie als bloße Branchenkennzahlen und nicht als konkrete Ziele formuliert. Dieses Muster veranlasste Lanier zu der Annahme, Zuckerberg sei „gecoacht“ worden, diese Probleme anzugehen, eine Behauptung, die Zuckerberg zurückwies.

Das Gewicht der Beweise: Eine visuelle Konfrontation

Der auffälligste Moment kam, als Lanier eine riesige Anzeige mit Hunderten von Posts von K.G.M.s Instagram-Account enthüllte und damit visuell veranschaulichte, wie viel Zeit sie seit ihrem neunten Lebensjahr auf der Plattform verbrachte. Zuckerberg wirkte sichtlich unbehaglich, als er die Ausstellung betrachtete, und bestritt, dass Meta diese Bilder „besitzte“, obwohl es unbestreitbare Beweise für ihr langjähriges Engagement gab.

Metas Verteidigung: Ein Fokus auf „Wert“

Während seiner Aussage bezeichnete Zuckerberg Metas Handlungen als harmlose Bemühungen, einen wertvollen Dienst bereitzustellen, und behauptete, dass Benutzer ihre Zeit ganz natürlich den Plattformen widmen, die sie als lohnend empfinden. Er betonte, das Unternehmen lege Wert auf Kommunikation und freie Meinungsäußerung und wies Manipulationsvorwürfe als Missverständnis über die Funktionsweise der Plattformen zurück.

Es steht viel auf dem Spiel : Sollten sich die Kläger durchsetzen, könnte dies die Tür zu einer weitreichenden Haftung für Social-Media-Unternehmen öffnen, sie dazu zwingen, ihre Produkte neu zu gestalten und mit erheblichen finanziellen Strafen rechnen müssen. Es wird erwartet, dass der Prozess einen Präzedenzfall für künftige Fälle schafft und möglicherweise die Landschaft der Social-Media-Regulierung neu gestaltet.