TikTok hat kürzlich seine Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien aktualisiert und Benutzer in den USA aufgefordert, den Änderungen zuzustimmen, bevor sie die App weiter nutzen. Diese Anpassungen ergeben sich aus der Verlagerung von TikTok in ein US-amerikanisches Eigentum – ein Schritt, der von der US-Regierung angeordnet wurde, um den weiteren Betrieb im Land sicherzustellen. Das neue Unternehmen, TikTok USDS Joint Venture LLC, das von Investoren wie Oracle unterstützt wird, verfügt nun über einen umfassenderen Zugriff auf Benutzerdaten.
Viele Benutzer haben wahrscheinlich auf „Zustimmen“ geklickt, ohne die Auswirkungen vollständig zu verstehen. Diese Änderungen erweitern jedoch die Datenerfassungspraktiken von TikTok erheblich und geben Anlass zu Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Überwachung.
Präzise Standortverfolgung jetzt aktiviert
Das bemerkenswerteste Update ist die neue Fähigkeit von TikTok, präzise Standortdaten zu sammeln. Bisher stützte sich die App auf den ungefähren Standort, der von SIM-Karten und IP-Adressen abgeleitet wurde. Jetzt kann TikTok mit Benutzererlaubnis auf den GPS-basierten Standort zugreifen und den genauen Aufenthaltsort verfolgen.
Dies gilt nicht nur für TikTok. Auch Instagram und X sammeln ähnlich detaillierte Standortdaten. Allerdings bedeutet die Verschiebung eine deutliche Erweiterung der Tracking-Funktionen von TikTok. In der Datenschutzerklärung heißt es ausdrücklich:
„Wir erfassen ungefähre oder genaue Standortinformationen von Ihrem Gerät, wenn Sie in Ihren Geräteeinstellungen Standortdienste für die TikTok-App aktivieren.“
KI-Interaktionen werden jetzt überwacht
Die aktualisierte Richtlinie von TikTok deckt auch ausdrücklich Daten ab, die bei Interaktionen mit seinen KI-Tools erfasst werden. Dazu gehören Eingabeaufforderungen, Fragen, Dateien und generierte Ausgaben. Die Plattform protokolliert Metadaten zu diesen Interaktionen, wie z. B. Zeitpunkt, Standort und Benutzeridentifikation.
Dies bedeutet, dass TikTok nun offiziell Benutzereingaben in seine KI-Funktionen verfolgt und speichert, zu denen vertrauliche Informationen oder persönliche Vorlieben gehören können. In der neuen Richtlinie heißt es:
„Wir sammeln automatisch … Metadaten, die automatisch im Zusammenhang mit Ihren KI-Interaktionen hochgeladen werden … wie zum Beispiel wie, wann, wo und von wem die Aufforderung gesendet wurde.“
Erweitertes Werbenetzwerk
Die Datenschutzrichtlinie von TikTok ermöglicht es der Plattform nun, Benutzerdaten für gezieltere Werbung außerhalb der App zu nutzen. Dies bedeutet, dass die innerhalb von TikTok gesammelten Informationen verwendet werden können, um relevante Anzeigen auf anderen Websites und Plattformen zu schalten.
Das Update erwähnt auch ausdrücklich „Publisher“ als Partner bei der Datenerfassung, was darauf hindeutet, dass TikTok Benutzerinformationen möglicherweise an Dritte weitergibt, um die Anzeigenausrichtung zu verfeinern.
Diese Änderungen signalisieren einen aggressiveren Ansatz bei der Datenerfassung unter US-Besitz. Sie werden zwar als Notwendigkeit für den weiteren Betrieb auf dem US-Markt dargestellt, werfen jedoch Fragen zur Privatsphäre der Benutzer und zum Umfang der Überwachung auf der Plattform auf. Die Aktualisierungen unterstreichen die Notwendigkeit, dass Benutzer ihre Datenschutzeinstellungen sorgfältig überprüfen und verstehen, wie ihre Daten verwendet werden.



















