Fast sechs Jahre nach dem durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten Anstieg der Telearbeit zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab: Remote-Mitarbeiter verdienen zunehmend weniger und haben weniger Aufstiegschancen als ihre Kollegen im Büro. Eine aktuelle Umfrage von Careerminds zeigt eine „deutliche Lücke“ bei Vergütung und Beförderungen, obwohl Telearbeit nach wie vor einen erheblichen Teil der US-Belegschaft ausmacht.

Warum das wichtig ist: Die Umstellung auf Fernarbeit wurde ursprünglich als eine Win-Win-Situation angesehen, die sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber Flexibilität und Kosteneinsparungen bietet. Diese Daten deuten jedoch darauf hin, dass die langfristigen Folgen möglicherweise ungleich verteilt sind und Remote-Arbeiter bei der beruflichen Weiterentwicklung möglicherweise ins Hintertreffen geraten. Dies ist besonders wichtig, da im Jahr 2023 über 13 % der US-amerikanischen Arbeitnehmer regelmäßig von zu Hause aus arbeiteten, ein erheblicher Anstieg gegenüber dem Niveau vor der Pandemie.

Kleinere Gehaltserhöhungen für Remote-Mitarbeiter

Die Umfrage von Careerminds zeigt, dass Remote-Mitarbeiter nicht nur genauso häufig Gehaltserhöhungen erhalten wie Mitarbeiter im Büro, sondern dass diese Gehaltserhöhungen oft auch geringer ausfallen. Die Daten gliedern sich wie folgt:

  • Remote-Mitarbeiter: 14,6 % erhielten eine Gehaltserhöhung von weniger als 2 %, während nur 4,5 % eine Gehaltserhöhung von 10 % oder mehr erhielten.
  • Büroangestellte: 11,5 % erhielten eine Gehaltserhöhung von weniger als 2 % und 6,9 % erhielten eine Gehaltserhöhung von 10 % oder mehr.

Dies deutet darauf hin, dass Telearbeiter bei Gehaltsanpassungen systematisch unterbewertet werden, obwohl sie möglicherweise das gleiche Leistungsniveau erbringen.

Werbeaktionen kommen seltener vor

Fast die Hälfte (48 %) der Remote-Mitarbeiter geben an, bei Beförderungen übersehen zu werden, selbst wenn ihre Leistung eine Weiterentwicklung verdient. Diese Ungleichheit kann zu mangelndem Engagement und höherer Fluktuation bei Remote-Mitarbeitern führen. Arbeitgeber legen möglicherweise unbewusst bei Beförderungsentscheidungen Wert auf die Sichtbarkeit im Büro und lassen so Remote-Talente zurück.

„Remote-Mitarbeiter liefern möglicherweise ein besseres Ergebnis als ihre Kollegen im Büro, aber wenn sie keine Aufstiegsmöglichkeiten sehen, kann die Loyalität und Motivation dieser Mitarbeiter nachlassen.“ – Karrieristen

Eingeschränkter Zugang zur Kompetenzentwicklung

Mitarbeiter im Büro profitieren von einem besseren Zugang zu Kompetenzentwicklungsprogrammen, Workshops und Zertifizierungen. Diese Möglichkeiten sind häufig mit Gehaltserhöhungen und beruflichem Aufstieg verbunden. Remote-Mitarbeiter, die mehr auf virtuelles Lernen setzen, verpassen möglicherweise die Vernetzung und informelle Betreuung, die ihre Karriereentwicklung beschleunigen können. Der Mangel an persönlicher Interaktion kann ihre Fähigkeit beeinträchtigen, „den Kompetenzaufbau in Vergütungsgewinne umzuwandeln“.

Was können Remote-Mitarbeiter tun? Proaktives Karrieremanagement ist von entscheidender Bedeutung. Der Schlüssel besteht darin, die Abhängigkeit von virtuellen Interaktionen zu reduzieren und aktiv persönliche Zeit mit Führungskräften und Kollegen zu suchen. Durch die Übernahme von Sichtbarkeit und Vernetzung können Remote-Mitarbeiter die Beziehungsdefizite abmildern, die zum Lohngefälle beitragen.

Der Aufstieg der Fernarbeit hat zu einer großen Veränderung unserer Arbeitsweise geführt, aber wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte ein zweistufiges System entstehen, in dem Fernarbeiter systematisch benachteiligt werden. Arbeitgeber müssen diese Ungleichgewichte angehen, um Gerechtigkeit zu gewährleisten und Talente langfristig zu halten.