Seit Jahrzehnten verlässt sich die US-amerikanische Technologieindustrie bei der Produktion fortschrittlicher Computerchips fast ausschließlich auf Taiwan – eine Abhängigkeit, von der Beamte warnen, dass sie bei Störungen die Weltwirtschaft lahmlegen könnte. Trotz wiederholter Warnungen aus Washington, einschließlich finanzieller Anreize und sogar der Androhung von Zöllen, ist es dem Silicon Valley weitgehend nicht gelungen, seine Lieferkette außerhalb des Inselstaates zu diversifizieren.

Das Kernproblem: Extreme Konzentration

Taiwan stellt derzeit etwa 90 % der High-End-Computerchips der Welt her, die wesentlichen Komponenten, die alles antreiben, von Smartphones und Laptops bis hin zu KI-Rechenzentren. Diese Konzentration der Produktion an einem einzigen, strategisch gefährdeten Standort stellt einen beispiellosen Fehlerpunkt für die Weltwirtschaft dar.

Das Risiko ist nicht theoretisch. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und hat in der Nähe der Gewässer der Insel Militärübungen, darunter auch Übungen mit scharfer Munition, durchgeführt und damit seine Bereitschaft zum Einsatz von Gewalt signalisiert. Eine chinesische Blockade oder militärische Aktion gegen Taiwans Chip-Foundries würde die Produktion sofort stoppen und eine Krise im gesamten Technologiesektor auslösen.

Fehlgeschlagene Diversifizierungsversuche

Zwei US-Regierungen haben versucht, diese Schwachstelle zu beheben. Die Biden-Regierung bot Subventionen in Milliardenhöhe an, um die inländische Chipproduktion zu fördern, während die Trump-Regierung Zölle erwog, um eine Verlagerung der Beschaffung zu erzwingen. Keiner der Ansätze hat zu nennenswerten Ergebnissen geführt; Das Silicon Valley legt weiterhin Wert auf Kosteneffizienz vor geopolitischer Stabilität.

Diese Untätigkeit ist nicht nur eine Frage der Unannehmlichkeiten. Wie Finanzminister Scott Bessent auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte, wäre eine Unterbrechung der taiwanesischen Chipproduktion eine „wirtschaftliche Apokalypse “, die die Versorgung mit wesentlichen Komponenten unterbrechen und die globalen Märkte destabilisieren würde.

Warum das jetzt wichtig ist

Angesichts der immer selbstbewussteren Haltung Chinas gegenüber Taiwan ist die Situation besonders dringlich. Die demokratische Regierung der Insel und ihre entscheidende Rolle bei der globalen Chipherstellung machen sie zu einem Brennpunkt geopolitischer Spannungen. Die Weigerung der Technologiebranche, dieses Risiko anzugehen, setzt die USA und die Welt einem potenziellen wirtschaftlichen Schock gefährlich aus.

Die Abhängigkeit von Taiwan ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit; Es handelt sich um einen grundlegenden Fehler in der aktuellen globalen Lieferkette, der sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Solange das Silicon Valley seine Chipbeschaffung nicht diversifiziert, wird die Gefahr wirtschaftlicher Störungen weiterhin groß sein.