OpenAI-Mitbegründer Greg Brockman hat sich im Stillen zu einem der bedeutendsten politischen Spender des Jahres 2025 entwickelt und insgesamt 50 Millionen US-Dollar sowohl an Donald Trumps Wiederwahlkampagne als auch an eine überparteiliche KI-Interessengruppe gespendet. Dieser Schritt, der scheinbar im Widerspruch zu den breiteren politischen Tendenzen des Silicon Valley steht, unterstreicht die hohen Einsätze, die Technologieführer bereit sind, einzugehen, um die Zukunft der künstlichen Intelligenz zu gestalten.
Eine überparteiliche Strategie zur KI-Dominanz
Brockman und seine Frau Anna spendeten 25 Millionen US-Dollar an MAGA Inc., einen Super-PAC, der Präsident Trump unterstützt, und einen gleichen Betrag an Leading the Future, einen auf KI fokussierten Super-PAC. „Leading the Future“ will Politikern entgegentreten, die die KI-Entwicklung behindern. Laut Brockman sind diese Spenden nicht auf Ideologie zurückzuführen, sondern auf der Überzeugung, dass die Beschleunigung des KI-Fortschritts die wichtigste Aufgabe der Menschheit ist.
„Diese Mission ist größer als Unternehmen … größer als Unternehmensstrukturen“, sagte Brockman gegenüber WIRED. „Es ist das Wichtigste, das richtig zu machen und allen davon zu profitieren.“
Diese Strategie spiegelt die wachsende Erkenntnis innerhalb der KI-Branche wider, dass politischer Einfluss unerlässlich ist. Da die öffentliche Skepsis gegenüber KI zunimmt – eine aktuelle Umfrage des Pew Research Center zeigt, dass mehr Amerikaner besorgt als begeistert sind – sind Führungskräfte zunehmend bereit, Kandidaten zu finanzieren, die sich für die Technologie einsetzen.
Eine Abkehr von früheren politischen Aktivitäten
Brockmans Spenden stellen eine radikale Abkehr von seinem früheren politischen Engagement dar, das bis vor Kurzem minimal war. Seine bisher größte Spende betrug 5.400 US-Dollar für Hillary Clintons Präsidentschaftswahlkampf 2016. Dieser plötzliche Anstieg der Ausgaben deutet auf eine kalkulierte Anstrengung hin, in einem entscheidenden Moment für die KI-Regulierung Einfluss auszuüben.
Gegenreaktion und interne Spaltung
Die Spenden haben bereits Gegenreaktionen ausgelöst, und die QuitGPT-Bewegung gewinnt an Dynamik. Die Kampagne fordert ChatGPT-Benutzer dazu auf, aus Protest ihre Abonnements zu kündigen, und erhält Unterstützung von Persönlichkeiten wie dem Schauspieler Mark Ruffalo. Bei OpenAI selbst sind einige Mitarbeiter mit Brockmans Ausgaben unzufrieden und halten sie für übertrieben.
„Ich persönlich denke, dass Gregs politische Spenden wahrscheinlich über das unbedingt Notwendige hinausgehen“, sagte ein anonymer OpenAI-Forscher.
Navigieren in der politischen Realität in der Trump-Ära
Brockmans Wagnis kommt zu einer Zeit, in der Präsident Trump das Silicon Valley aktiv umwirbt, die Genehmigungen für Rechenzentren rationalisiert und staatliche KI-Vorschriften in Frage stellt. Allerdings haben die jüngsten Vorfälle im Zusammenhang mit Tötungen durch das Heimatschutzministerium die Beziehungen zwischen der Technologiebranche und der Regierung belastet. Berichten zufolge äußerte Sam Altman, CEO von OpenAI, seine Besorgnis über die Maßnahmen der ICE, während andere KI-Führungskräfte sie öffentlich verurteilten.
Trotz dieser Ereignisse konzentriert sich Brockman weiterhin darauf, die Weiterentwicklung der KI sicherzustellen, auch wenn dies bedeutet, dass er sich mit kontroversen politischen Persönlichkeiten verbündet. Er behauptet, dass KI eine vereinende Technologie sei, die in der Lage sei, politische Spaltungen zu überwinden.
Der Anstieg umfangreicher politischer Ausgaben von KI-Führungskräften signalisiert eine neue Ära, in der der technologische Fortschritt nicht nur durch Innovation, sondern auch durch strategischen politischen Einfluss vorangetrieben wird. Die langfristigen Folgen dieses Trends bleiben ungewiss, aber es ist klar, dass die Zukunft der KI von denen gestaltet wird, die bereit sind, das politische Spiel zu spielen.
