Mammotion, ein Unternehmen, das vor allem für seine Roboter-Rasenmäher bekannt ist, ist mit einem einzigen Angebot in den Poolpflegemarkt eingestiegen: dem Spino E1. Das Gerät wurde Mitte 2025 auf den Markt gebracht und hat für 2026 mehrere Software-Iterationen statt einer Hardware-Überholung erfahren. Derzeit kostet es etwa 499 US-Dollar im Angebot und positioniert sich als budgetfreundlicher Einstiegspunkt in die Roboter-Poolreinigung.
Obwohl der Preis attraktiv ist, zeigt eine Testwoche, dass der Spino E1 möglicherweise Schwierigkeiten hat, seine Versprechen hinsichtlich des automatisierten Komforts zu erfüllen.
Design und Bau: Kompakt, aber fragwürdig
Der Spino E1 verfügt über ein unverwechselbares, farbenfrohes Design, das eher an ein Spielzeug als an ein professionelles Haushaltsgerät erinnert. Während seine Ästhetik umstritten ist, bietet sein physischer Fußabdruck einige praktische Vorteile:
– Manövrierfähigkeit: Sein kompaktes Gehäuse erleichtert die Handhabung beim Ein- und Aussteigen aus dem Wasser.
– Gewicht: Mit 21 Pfund ist es handlich, wenn auch nicht außergewöhnlich leicht.
– Filterkapazität: Es wird ein 2,8-Liter-Filterkorb verwendet. Diese geringe Kapazität ist zwar für seine Größe ausreichend, lässt aber in Kombination mit einem bescheidenen 6.000-mAh-Akku darauf schließen, dass der Roboter besser für kleinere Pools geeignet ist als für die 1.600 Quadratmeter großen Bereiche, die Mammotion angeblich bedienen kann.
Ein bemerkenswertes Problem betrifft den Ladeanschluss. Trotz eines Gummistopfens, der das Gerät abdichten soll, sammelt sich nach dem Gebrauch häufig Feuchtigkeit im Inneren des Anschlusses an. Dies hat zwar das Aufladen während des Tests nicht verhindert, wirft jedoch Fragen zur Langzeithaltbarkeit und Wasserbeständigkeit des Geräts auf.
Leistung: Das „Verschmierungs“-Problem
Der größte Nachteil des Spino E1 ist seine ungleichmäßige Reinigungsleistung. Im Test konnte der Roboter keine umfassende Abdeckung erreichen:
– Trümmersammlung: Bei der Beseitigung von synthetischem Laub sammelte das Gerät nur etwa 80 % des Materials, sodass der Schmutz über den Poolboden verstreut blieb und nicht nur in den Ecken.
– Feine Partikel: Der Roboter hatte deutliche Probleme mit kleineren Schmutzpartikeln. In einigen Fällen schien das Gerät, anstatt Schmutz abzusaugen, Schmutz über den Poolboden zu verteilen.
– Hindernisse: Obwohl es Stufen und Plattformen gut bewältigt, stößt es beim Überwinden von Hindernissen an der Wasserlinie auf Schwierigkeiten.
Diese Leistung deutet darauf hin, dass das Problem nicht unbedingt an einer mangelnden Abdeckung (Navigation) liegt, sondern vielmehr an mangelnder Saugkraft. Interessanterweise verbessert ein in der App enthaltener Beta-Modus „Turbo Cleaning“ die Saugkraft erheblich, erfordert jedoch derzeit eine manuelle Aktivierung vor jedem einzelnen Lauf.
Software und Konnektivität
Der Spino E1 bietet vier Betriebsmodi (Boden, Wände, Alle und einen Eco-Modus), die über eine physische Taste ausgewählt werden können. Die mobile App bietet eingeschränkte Kontrolle und ermöglicht es Benutzern, die Geschwindigkeit anzupassen oder Beta-Funktionen umzuschalten.
Die Konnektivitätseinrichtung ist unkompliziert und verwendet Bluetooth für die erste Kopplung und 2,4-GHz-WLAN für Firmware-Updates. Das Software-Erlebnis fühlt sich jedoch ungeschliffen an:
– Updates: Over-the-Air-Updates können knifflig sein und oft mehrere Versuche erfordern.
– Benachrichtigungen: Die App benachrichtigt Benutzer nicht, wenn ein Reinigungszyklus abgeschlossen ist.
– Akku-Realität: Während Mammotion eine Laufzeit von 3,5 Stunden angibt, ergaben tatsächliche Tests, dass Sitzungen nur zwischen 2,25 und 2,75 Stunden dauerten.
Das Rückholrisiko
Der vielleicht frustrierendste Aspekt des Spino E1 ist sein Verhalten am Ende des Zyklus. Der Roboter ist so konzipiert, dass er die Beckenwand erklimmt und an der Wasserlinie schwebt, sobald er fertig ist. Da die App den Benutzer jedoch nicht benachrichtigt, gibt es nur ein schmales 10-Minuten-Fenster zum Abrufen. Wenn Sie dieses Fenster verpassen, ist die Batterie leer und der Roboter sinkt auf den Boden. Zu seiner Rettung sind eine Poolstange und ein Netz erforderlich.
Urteil: Eine Budgetoption mit Einschränkungen
Der Mammotion Spino E1 ist eine kostengünstige Alternative in einem Markt, der oft von deutlich teureren Geräten dominiert wird. Mit 499 US-Dollar ist er verlockend, aber ihm fehlt derzeit die „Einstellen und vergessen“-Zuverlässigkeit, die die meisten Verbraucher von einem Roboter erwarten.
Fazit: Während der Spino E1 eine niedrige Einstiegshürde für die Poolreinigung mit Robotern bietet, bedeutet seine inkonsistente Saugleistung und das Fehlen von Benutzerbenachrichtigungen, dass er dem Poolbesitzer möglicherweise mehr Arbeit als weniger Arbeit bereitet.
