Brain Implant Startup zielt darauf ab, die Handfunktion nach einem Schlaganfall wiederherzustellen

Schlaganfall ist eine der Hauptursachen für langfristige Behinderungen und führt bei vielen Überlebenden zu Bewegungseinschränkungen in Händen und Armen. Während sich einige Patienten erholen, leben viele mit anhaltender Lähmung oder Schwäche. Jetzt entwickelt ein neues Unternehmen namens Epia Neuro ein Gehirnimplantat in Kombination mit einem motorisierten Handschuh, um Schlaganfallpatienten dabei zu helfen, die Handfunktion wiederzuerlangen.

Der Aufstieg der Gehirn-Computer-Schnittstellen

Epia ist Teil einer wachsenden Welle von Unternehmen, die in Brain-Computer-Interfaces (BCIs) investieren – Geräte, die Gehirnsignale in die Tat umsetzen. In diesem Bereich wurden massive Investitionen getätigt, wobei Firmen wie Neuralink (unterstützt von Elon Musk) und Merge Labs Hunderte Millionen an Finanzmitteln sicherten. Die meisten bestehenden BCIs konzentrieren sich darauf, Menschen mit schweren motorischen Behinderungen dabei zu helfen, Computer zu steuern oder digital zu kommunizieren. Der Ansatz von Epia ist anders: Er zielt darauf ab, die körperliche Bewegung wiederherzustellen.

So funktioniert das System von Epia

Epias Implantat, eine kleine Scheibe, die in den Schädel eingesetzt wird, erkennt Gehirnsignale im Zusammenhang mit Handbewegungen. Diese Daten werden mit Eingaben von Sensoren an einem motorisierten Handschuh kombiniert. KI-Algorithmen prognostizieren dann den Handschuh und steuern ihn, um ihn beim Greifen zu unterstützen. Das System lernt vom Benutzer und verknüpft Gehirnsignale mit den gewünschten Handbewegungen. Dieser Prozess nutzt die Neuroplastizität – die natürliche Fähigkeit des Gehirns, sich anzupassen und neue Verbindungen herzustellen.

Nach einem Schlaganfall kann geschädigtes Hirngewebe die Signale vom motorischen Kortex an die Muskeln stören. Das Implantat von Epia umgeht diesen Schaden, indem es die Absicht eines nicht betroffenen Teils des Gehirns erkennt und diese über den Handschuh in die Tat umsetzt. Die Hoffnung besteht darin, dass die wiederholte Anwendung die Nervenbahnen stärkt und die Notwendigkeit des Geräts mit der Zeit verringert.

„Viele Gehirn-Computer-Schnittstellen ermöglichen es einer Person, auf einem Computerbildschirm zu tippen oder einen Roboterarm zu bewegen, um eine Aufgabe zu erledigen“, sagt David Lin, ein Neurologe, der Epia berät. „Das unterscheidet sich von einer Rehabilitationslösung, bei der die Verwendung dieses Geräts an sich zu einer Plastizität des Gehirns führt … so dass, sobald man den Handschuh wegnimmt, die natürliche Funktion von Arm und Hand besser wird.“

Herausforderungen und Skalierbarkeit

Die Skalierung von BCIs bleibt eine Herausforderung. Für eine breite Akzeptanz muss die Implantation sicher, zuverlässig und relativ einfach sein. Neuralink entwickelt einen chirurgischen Roboter, um den Prozess zu automatisieren, während Synchron anstelle einer Operation am offenen Gehirn ein stentartiges Implantat verwendet, das durch ein Blutgefäß eingeführt wird.

Diese Technologie stellt einen bedeutenden Schritt zur Wiederherstellung verlorener Funktionen nach einem Schlaganfall dar und gibt Millionen von Überlebenden weltweit Hoffnung.